Simmerner Zehntklässler auf jüdischen Spuren in Laufersweiler

Synagoge

Im Religionsunterricht hatten sich 21 Zehntklässler der Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus Simmern bereits mit den Themen „Judentum“ und „Kirche und Nationalsozialismus“ beschäftigt.

Durch den Besuch der ehemaligen Synagoge ermöglichten die beiden Religionslehrer Markus Michel und Nadine Sünder ihren Schülerinnen und Schülern eine intensivere Auseinandersetzung und Begegnung mit der jüdischen Vergangenheit des Hunsrücks.

So erhielten die Jugendlichen durch Christof Pies, den ersten Vorsitzenden des Förderkreises der Synagoge Laufersweiler, einen Überblick über die Geschichte der jüdischen Gemeinde und der ehemaligen Synagoge in Laufersweiler. Exemplarisch wurden einzelne Schicksale herausgegriffen, um den Schülerinnen und Schülern die Schrecken der damaligen Zeit, die auch im Hunsrück Einzug gehalten hatten, zu verdeutlichen. „Wir reden über die Vergangenheit, damit die Zukunft nicht so wird.“, so Pies in seinen Ausführungen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Religionsschüler von dem Erinnerungsort auf dem Synagogengrundstück, auf dem 25 schwarze Stelen stehen, die mit verschiedenfarbigen Würfeln gefüllt sind. Die Zahl der Würfel pro Stele entspricht den Lebensjahren der jeweiligen Person, die Farben der Würfel symbolisieren mit ihren Farben die einzelnen Lebensphasen. So zeigen die bunten Würfel die Jahre des „gelebten Lebens“ und die schwarze Fläche die des „geraubten Lebens“. Ein Kind wurde nur vier Jahre alt.

Auf den „Weg der Erinnerung“ begaben sich die Schülerinnen und Schüler zum Abschluss ihres Besuches und wandelten so auf jüdischen Spuren durch Laufersweiler. Den Endpunkt bildete hierbei der jüdische Friedhof, auf dem die letzte Beerdigung im Jahre 1941 stattgefunden hatte.

Der Besuch der ehemaligen Synagoge wird in Zukunft fest im Bildungsangebot der Friedrich-Karl-Ströher Realschule plus Simmern für das 10. Schuljahr verankert werden.